Der Bauplan

Als Leitgedanken für den Entwurf des Denkmals bestimmte der König damals:
»Es solle den kommenden Geschlechtern in Erinnerung bleiben, welche Siege ihre Vorfahren, die verbündeten Deutschen, errangen, wer da ihre Führer waren und wie dies nur möglich war durch festes Zusammenhalten. Als ein Erinnerungszeichen der Befreiung von fremder Gewaltherrschaft solle die Halle als eine stete Mahnerin der Deutschen erstehen und weithin sichtbar sein. Im Innern des Gebäudes soll ein Kreis von 17 Gruppen aufgestellt werden, eine jede durch zwei Siegesgöttinnen gebildet, ein vergoldetes Marmorschild zwischen sich haltend, worauf die Namen der Schlachten und Kämpfe verzeichnet sind, die zum Zwecke der Befreiung Deutschlands geschlagen und gewonnen wurden, die Namen der hervorragendesten Feldherren und Herrführer sollen auf Inschriftstafeln über diesen Gruppen angebracht werden.«

Mit dem Wunsch des Königs, im Inneren des Monuments einen Kreis aus Siegesgöttinnen aufzustellen, legte den Architekten auf einen Zentralbau fest. Alles weitere blieb der Kreativität des Akademiedirektors Friedrich von Gärtner überlassen. Dieser entwarf wahrscheinlich 12 Projekte, welche sich aber in Ihrer Grundidee auf 3 reduzieren lassen:

1. Entwurf

Dieser erste Entwurf berücksichtigte vor allem die landschaftlichen Gegebenheiten am Michelsberg und ist im wesentlichen dem Urtyp aller Zentralbauten nachempfunden, dem römischen Pantheon:
Auf halber Höhe des Michelberges erhebt sich ein Torbau, der Ähnlichkeit zeigt mit den Propyläen der Akropolis in Athen. Von da bis zum Hauptbau auf der Kuppe des Berges zieht sich eine mächtige Freitreppe hin, von zwei Löwenreihen auf gewaltigen Steinsockeln flankiert. Das Hauptgebäude mit quadratischem Grundriss, an den Ecken abgerundet, wird von einer Kuppel überwölbt und steht auf einem weit ausgreifenden Unterbau von ebenfalls quadratischer Form. Den Eingang bildet eine griechische Säulenhalle.

2. Entwurf

Auch der zweite Entwurf zeigt hauptsächlich griechische Formen. Gärtner musste jedoch bei diesem Entwurf die ursprüngliche Pantheon-Idee aufgeben. Eine zweireihige Löwenalle führt zur Haupttreppe. Diese ist doppelseitig und steigt in zwei Absätzen zum viereckigen, aus Kiefenquadern aufgeführten Terrassenbau empor. Das Hauptgebäude besteht aus einer umlaufenden Säulenhalle mit quadratischem Grundriss; aus dessen Mitte erhebt sich ein kreisrunder Tempel mit Halbkugelgewölbe (Rotunde), mit einer Flachkuppel ohne Laterne.

3. Entwurf

Eine weitere Variation entsteht, indem diese Rotunde auch mit einem äußeren Säulengang versehen wird. Dieser letzte Entwurf fand die Zustimmung des Königs, nur wünschte er Doppelbögen, weshalb Gärtner auf die Formen des Florentiner Architekten Andrea Lione (†1370) zurückgriff und die Säulen des äußeren Umgangs mit Pfeilern und mehreren kleineren Säulen kombinierte. Die mächtige Kuppel, gestützt auf diesen oberen Säulenrundgang, krönt den Bau. Der Oberbau hebt sich maßstäblich stark vom Untergeschoß ab (in Anlehnung an Bramantes ersten Plan für die Kuppel von St. Peter in Rom).
Das Hauptgebäute erhebt sich auf einem dreistufigen Terrassenbau von 24 Fuß (7m) Höhe. Gegen Osten führt von der obersten Stufe eine Freitreppe herab, welche sich auf halber Höhe gabelt und in zwei Armen nach unten führt. Von der Freitreppe aus gelangt man in den offenen Säulengang und durch ein prächtiges Portal in das Innere der Halle. Der Säulengang bildet ein reguläres 18-Eck (die Zahl 18 sollte überhaupt dem ganzen Bau zugrunde gelegt werden zur Erinnerung an den 18.Oktober 1813, den Haupttag der Schlacht bei Leipzig)